Kleingarten verzweifelt gesucht

Die Bedeutung der Schrebergärten steigt deutlich.
Wir sind seit fünf Jahren auf dem Ersatzgelände, das wir von der Stadt bekamen: Der ein oder andere erinnert sich – das alte Gelände hinter dem Nedderfeld musste dem Bebauungsplan Groß Borstel 25 weichen.

Junge Familien mit Kindern freuen sich bei uns sehr über die Möglichkeit, unkompliziert im Grünen zu sein und dabei vielleicht noch Freund*innen mitzunehmen.
Wir haben häufig Spaziergänger*innen, die sich ebenso freuen, bei uns unter der Buche zu sitzen und einen kleinen Plausch zu halten. Es gibt einen Kindergarten, der bei uns ein Gemüse- und Blumenbeet angelegt hat, das gemeinsam mit den Kindern bearbeitet wird.

In unserer Kolonie wird ausschließlich biologisch gegärtnert und somit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der vom Aussterben bedrohten Insekten und Kleinvögel. Bei uns sagen sich Fuchs und Hase tatsächlich Gute Nacht. Weiterlesen

Der Unsinn vom Flächenausgleich

Wie steht es wirklich um Hamburgs Grünflächen?

Fakt ist, dass der Bestand an alten Bäumen sowie an Flächen von Grüngebieten (insbesondere zusammenhängenden) durch Bebauung jeglicher Art abnimmt. Immerhin wird das Problem gesehen, jedoch ist die vermeintliche Lösung, der sogenannte „Flächenausgleich“, eine Mogelpackung: Das, was Politik und Verwaltung als Ausgleich für Grünvernichtung verkaufen, ist z. B. vorhandene Flächen von Bebauung freizuhalten oder mit Pflanzen und Bäumen auf anderen bereits bestehenden Naturflächen, in Parks oder im Straßenbegleitgrün „aufzuwerten“. Ein echter Ausgleich hinsichtlich der lebensnotwendigen CO2-Umwandlung hieße aber im Klartext: Um einen gefällten Baum zu ersetzen, dauert es mindestens 10 Jahre, bis der neu gepflanzte den entfernten Baum ersetzen kann oder es bedarf 15 Nachpflanzungen. Davon ist Hamburg weit entfernt. Im Gegenteil: Es werden weniger Bäume nachgepflanzt als gefällt werden. Weiterlesen

Hamburgs Flugverkehr – Versager Nummer 1 in der Klimabilanz?

Katastrophen-Unwetter in Westdeutschland, Bayern und Sachsen, Hitzewellen, Dürren, weltweit Waldbrände und schmelzende Gletscher – so langsam haben die meisten Menschen begriffen, dass der Klimawandel in vollem Gange ist und Klimaschutz unumgänglich. Gut, dass Hamburg den Klimaschutz in die Präambel der Verfassung aufgenommen hat und – nach langem Zögern – auch Verursacherbilanzen aufstellt. Die letzte Bilanz stammt von 2018; für 2019 existiert eine vorläufige.

(c) Helmut Preller

Nach dem Pariser Abkommen hätten die CO2-Emissionen vom Basisjahr 1990 aus bis 2020 um 40 % gesenkt werden sollen. Bis 2019 hatte Hamburg aber lediglich 25 % Reduktion geschafft – das Ziel wäre ohne Corona-Pandemie klar verfehlt worden.

Von allen Sektoren haben Haushalte, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen mit 28,4 % noch am meisten geleistet, gefolgt von der Industrie mit -24,3 %, abgeschlagen der Verkehr mit -20,8 %.

Klar, die Autofahrer natürlich, oder? Differenziert betrachtet hat der Verkehr ohne Luftverkehr seine Emissionen bis 2018 sogar um 30,3 % verringert. Die Leistungen von Pkw, Lkw, Bahn und Schiff werden aber durch den Luftverkehr zunichtegemacht. Die Flieger ab Hamburg haben ihre Emissionen bis 2018 um 53 % gesteigert. Weiterlesen

Grau statt Grün

Wenn Wohnen und Wohnungsbau nicht dem Allgemeinwohl dienen

Den Bau von 10.000 Wohnungen pro Jahr sollen die Bezirke insgesamt genehmigen. Dies ist im Vertrag für Hamburg – Wohnungsbau so festgelegt. Ist doch zunächst gut oder? Da lohnt genaueres Hinsehen:

Um diese Vorgabe zu erfüllen, geraten seit Jahren Grünflächen, alter Wohnungsbestand und soziale Infrastruktur unter Druck: Tarpenbeker Ufer, Pergolenviertel, Freibad Ohlsdorf, Hummelsbütteler Feldmark, Wulffsche Siedlung, Schröderstift Kiwittsmoor und jetzt das Diekmoor (siehe links). Für Gewerbeflächen gilt dies nicht. Nicht einmal der absichtliche Wohnungsleerstand wird bekämpft.

(c) Helmut Preller

Kein Wunder also, dass die Anzahl der entstehenden Bürgerinitiativen in den letzten 13 Jahren durch die Decke geht und es immer wieder zu Bürgerbegehren kommt. Denn das, was vielerorts gebaut werden soll, stößt nicht auf Gegenliebe.

Sieht sich die Stadt Hamburg in Abhängigkeit von den Investoren? Offensichtlich ja, denn nach ihrer Logik bauen diese nur, wenn die Bedingungen stimmen: Daher planen Investoren wie sie wollen und können astronomische Profite einstreichen. Dass mittlerweile nicht mehr auszumachen ist, wer hinter dem Geld steckt und dass laut Studien ca. 30 Mrd. Euro pro Jahr zur Geldwäsche in Immobilien investiert werden, scheint nicht wirklich zu stören. Warum eigentlich nicht? Und profitiert, abgesehen von den Investoren und möglicherweise einzelnen Politiker*innen oder Angestellten der Verwaltung, noch jemand davon? Weiterlesen

Empörende Fehlplanung im Diekmoor

Volksinitiative gestartet.
„Rettet Hamburgs Grün: Klimaschutz jetzt!“

Im Landschafsschutzgebiet Diekmoor, der „letzten größeren Grünfäche in Hamburg-Nord“ (Zitat Bezirksamtsleiter Werner-Boelz), sollen jetzt 700 Wohnungen gebaut werden.
Der Grünen-Politiker fürchtete Widerstand gegen Planungen und bat den Senat vorab um eine Weisung zur Bebauungsplanung. Diese erteilte der Senat, womit ein demokratisches Bürgerbegehren rechtlich unzulässig wurde. Beides führte zu großem Unmut in der Bevölkerung. Es gründete sich die Bürgerinitiative „Rettet das Diekmoor“, die zusammen mit anderen eine hamburgweite Volksinitiative startete.

Bebauung von Grünfächen, Landschafsschutzgebieten und Frischlufachsen? – Hallo Senat & Investoren, geht’s noch? Es reicht!
Wir brauchen unsere Frischlufschneisen und grünen Trittsteine, für das Stadtklima und auch zur Erholung. Der Klimawandel kommt schneller als gedacht mit Katastrophen, wie Hitzewellen, Hitzetoten, Überschwemmungen, Artensterben und weiteren irreversiblen Folgen.

Grünfächen werden in Zukunft immer wichtiger werden.

  • Klimawandel: Pflanzen wandeln das Treibhausgas CO2 um in Sauerstoff, Moore speichern es
  • Das Diekmoor hat nach besonders heißen Tagen nachts eine wohltuende kühlende Wirkung auf die umliegenden Stadtteile und hilft die Anzahl der Hitzetoten zu reduzieren
  • Insektenschutz: Gerade vielfältige Flächen wie die Kleingärten im Diekmoor zeichnen sich durch eine enorme Artenvielfalt aus
  • Naherholung: Gerade Menschen, die keinen eigenen Garten haben, erholen sich dort

Wie zum Hohn wird das neu geplante Diekmoor-Quartier ökologisch genannt. Weiterlesen

Neue Nordnetz-Zeitung

Es geht um Hamburgs Grün und um Hamburgs Bauwut, um Grünes und Graues, Grünes statt Rotem, Wohnungsbau und Erbbaurecht, den Einsatz für bezahlbare Mieten, um Klimaschutz und Ökologisches, um Demokratieverständnis, Bürger- und Volksbegehren bzw. um deren Ursache: die Versuche der Politik, Projekte gegen den Willen von Bürger*innen im Hamburger Norden durchzusetzen.

Die einzelnen Artikel werden nach und nach unter dem Stichwort „Zeitung“ hier eingestellt. Die ganze Ausgabe gibt es hier als PDF zum Download.

Essbare Stadt

Durch gezielten Anbau in der Stadt könnten alle ökologisch ernährt werden

Langfassung des Artikels von Gabriele Wittmann in der Nordnetz-Zeitung Nr. 4

Lokal produzieren. Nicht spritzen. Die Tiere schützen. So könnte die Zukunft aussehen: Die Bevölkerung Hamburgs baut auf öffentlichen Grünflächen Gemüse und Obst an. Ernten kann jeder. Die Nutzpflanzen dürfen auch von Vögeln, Mäusen und Insekten als Nahrungsquelle genutzt werden, dafür bestäuben sie und sorgen für reiche Ernte.

___________________________(c) Helmut Preller

Ein paar Blüten, Blätter, Früchte und Stengel sind angefressen. Das bedeutet es eben, mit Tieren zu teilen: Permakultur als Anbaumethode arbeitet mit geschlossenen Dünge-Kreisläufen und vielfältigen Pflanzen, die sich vertragen und „Schädlinge“ so in Schach halten, dass alle – Mensch und Tier – etwas davon haben. Aber eben nur etwas, nicht alles.

Diese Art zu denken bedeutet, eine andere Vorstellung von „Wirtschaft“ und „wirtschaften“ zuzulassen. Es geht um etwas Größeres, das uns als Menschen übersteigt, das auch die Wahrnehmung für die Tier- und Pflanzenwelt öffnet. Und das über das Individuum hinauszuweisen scheint.

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Notgemeinschaft bestärkt Forschungsministerin

Pressemitteilung:

Die Notgemeinschaft der Flughafenanlieger Hamburg e.V. begrüßt Äußerungen von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU), den innerdeutschen Flugverkehr aus Klimaschutzgründen zu beenden. Der aktuelle IPCC-Bericht bestätige dies. 

Gebhard Kraft, 1. Vorsitzender der Notgemeinschaft: „Der Flugverkehr ist Versager Nummer Eins beim Klimaschutz. Beispiel Hamburg: Während Bahn-, Auto-, LKW und Schiffsverkehr von 1990 bis 2019 die Emissionen um 30% reduziert haben, hat der Luftverkehr sie um 53% erhöht. Damit übertrifft der Klimaschaden des Flugverkehrs jeden anderen Verkehrsträger. Die Corona-Pandemie hatte 2020 zwar eine Entspannung gebracht, inzwischen steigt der Flugverkehr aber wieder über das Budget hinaus.“ 

Kritik übt die Notgemeinschaft dagegen am Flughafenverband AGV. Dieser hatte Bequemlichkeitsgründe im Koffertransport beim Zubringerverkehr zu Hub-Flughäfen wie Frankfurt und München als Begründung des Kurzstreckenverkehrs angeführt. Kraft: “Die Unfähigkeit von Flughäfen, sich mit ICE-Anschluss und Gepäckmanagement auszustatten, ist kein legitimer Grund für Klimakillerei.“ 

Pressemitteilung als PDF

Rettet Hamburgs Natur! Deutliche Worte von der Langenhorner Diekmoor-Initiative

Am 29. Mai fand die Fahrrad-Sternfahrt mit anschließender Kundgebung auf dem Rathausmarkt Rettet Hamburgs Natur! Jeder Baum zählt! statt. Die Initiative Rettet das Diekmoor! war bei der Bündnisdemo dabei. Die aus Sicht der Ini mit Blick auf Klimaschutz und Bürgerbeteiligung entscheidenden Schwächen der Stadt- und Bezirkspolitik beim 700-Wohnungs-Bauvorhaben im Landschaftsschutzgebiet machte ihr Sprecher in seinem Redebeitrag deutlich:

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