Hummelsbüttel: Nächstes Frühstück für Investoren?

(c) Helmut Preller

Die Situation der Hummelsbütteler Feldmark ist exemplarisch für viele Regionen in Hamburg.
Immer mehr Flächen werden bebaut, obwohl in offiziellen Statements in der Vergangenheit die Wichtigkeit des „Grünerhalts“ in unserer Stadt immer wieder betont wurde:

So postulierte Olaf Scholz im Mai 2014 in einer Rede „die Unantastbarkeit der Landschaftsachsen“. Der damalige Erste Bürgermeister bezog sich hierbei auf den Federplan des Stadtplaners Fritz Schumacher zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es geht um die großen Verkehrslinien, die auch zukünftig im Zentrum der baulichen Entwicklungen stehen. Zitat: „Dazwischen befinden sich Landschaftsachsen (…) Schumachers Landschaftsachsen gibt es immer noch und es wird sie auch in Zukunft geben. Sie sind in der wachsenden Stadt keine stille Bebauungsreserve, sondern im Gegenteil Hamburgs grüne Lunge.“ Und im Koalitionsvertrag von April 2015 hieß es auf S. 61: „Die Koalitionspartner erkennen an, dass für eine ökologisch verträgliche Stadtentwicklung der Schwerpunkt auf einer Innenverdichtung liegen muss, bei der Landschaftsachsen erhalten und weiterentwickelt werden“. Ferner auf S. 64: „Landschaftsachsen und grüne Ringe (…) sind keine Wohnungsbauflächen und sollen erhalten bleiben.“

Tatsache aber ist, dass der südliche Teil der Hummelsbütteler Feldmark nach der Entlassung aus dem Landschaftsschutz durch den neu geschaffenen § 246 Abs. 14 Baugesetzbuch inzwischen bebaut wurde. Hier konnten wir nur die Reduzierung der geplanten Höhe von bis zu sechs Stockwerken auf drei erreichen. Dagegen wurde auf unseren massiven Protest hin die Bauplanung im nördlichen Bereich ganz eingestellt.

Im vergangenen Jahr 2020 wurden zwar Teile der Feldmark in den Biotopverbund mit aufgenommen, doch ausgerechnet die nördlichen und südlichen Randbereiche nicht! Uns wurde in der Bezirksversammlung vom 02.06.2020 erklärt, dass jeweils nur ein begrenztes Kontingent für den Biotopverbund geprüft und ausgewählt würde. Alle fünf Jahre erfolge eine Neubewertung. So bleibt zu befürchten, dass dieser Eingriff in die Natur nicht der letzte ist und weitere Bereiche der Bauwut zum Opfer fallen.

Wir sehen die Aufgabe unseres Vereins in der Aufwertung dieser schützenswerten Kulturlandschaft. So haben wir in den Jahren 2018/19 ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem die vorkommenden Säugetierarten beobachtet und katalogisiert wurden. Im vergangenen Jahr konnten wir auf einem ca. 1.000 qm großen Areal, das uns von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde, eine Blühwiese anlegen. Weitere Projekte wurden realisiert, so z. B. das Aufhängen von Fledermaus- und Meisenkästen. Zurzeit sind wir dabei, Storchennisthilfen aufzustellen. Wir hoffen, dass sie im kommenden Jahr auch bezogen werden.

Gabriele Hofmeier, Verein zum Erhalt der Hummelsbütteler Feldmark

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