Sonntag, 1. Mai: Reportage über den Hamburger Grünflächenfraß im ZDF

Am Sonntag, 1. Mai 2016 um 14:45 Uhr zeigt das ZDF in seiner Sendereihe “planet e.” eine Reportage, in der erstmals bundesweit über den Hamburger Grünflächenfraß berichtet wird.

Hier gelangen Sie zur Ankündigung in der Mediathek des ZDF (und ab 1.5. auch zum Filmbeitrag selbst).

ZDF-planet-e-Stadtbäume-in-Not-Hamburg-GrünflächenfraßIn Hamburg gab es in den letzten Monaten Baumfällungen unglaublichen Ausmaßes. Allein im Bezirk Nord wurden in der “Fällsaison” 2015/2016 weit über 7000 (siebentausend) alte und gesunde Bäume gerodet. Weitere etwa sechstausend Bäume sind immer noch unmittelbar bedroht.

Für große und oft umstrittene Bauprojekte wurden Naturflächen regelrecht verbraucht, oftmals gegen den Willen weiter Teile der Bevölkerung. Auch immer mehr Kleingartenvereinen geht es an den Kragen. Bürger, aber auch Experten sehen das kritisch. Denn Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass der Verlust von Stadtnatur für das Stadtklima, für unsere Atemluft und für den Grundwasserhaushalt, aber auch für das Wohlbefinden der Menschen erhebliche Nachteile mit sich bringt. Auswüchse wie der “Export” von Wald nach Schleswig-Holstein verdeutlichen, welch’ geradezu groteske Ausmaße die Naturvernichtung dabei annimmt.

Was Planer distanziert und verharmlosend als “innerstädtische Nachverdichtung” bezeichnen, bekommen die Bewohner von Großstädten wie Hamburg deutlich zu spüren: Zu erwarten sind mehr brütende Hitzetage im Sommer, mangelnder Luftaustausch und eine zunehmende Verschmutzung der Atemluft. Das Ganze wird flankiert von einem immer eintöniger werdenden Stadtbild, eine einstmals grüne Stadt wird immer grauer.

Ein Fernsehteam des ZDF hat über mehrere Wochen den Kampf einiger Hamburgerinnen und Hamburger für den Erhalt innerstädtischer Naturflächen und gegen die Mühlen einer auf blindes Wachstum und an den Interessen von Investoren ausgerichteten Baupolitik begleitet. Wer in Hamburg wohnt, wird viele Stationen der 30-minütigen Reportage wiedererkennen. Gezeigt werden unter anderem das Gebiet um die Dieselstraße, die Vernichtung hunderter Gärten für das geplante “Pergolenviertel” sowie die Rodung eines kleinen Waldes mit 2800 Bäumen im Gleisdreieck Alsterdorf. Das Beispiel Hamburg wurde stellvertretend für vergleichbare Entwicklungen in ganz Deutschland ausgewählt. Ökologen, Naturschützer und Klimaexperten kommen im Film zu Wort und erläutern die Hintergründe des Phänomens “Grünflächenfraß”.

Baumschwund – reduziert?

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Dieselstraßenland vom 30.03.2016

Aktuelle Pressemitteilung der Hamburger “Grünen” muss ein vorgezogener Aprilscherz sein

Hamburg / Bezirk Hamburg-Nord – In einer aktuellen Pressemeldung (“Baumschutz hat in dieser Wahlperiode Priorität”, 29.03.16) wird die “umweltpolitische Sprecherin” der Partei, Ursula Sparr, zitiert. Sie fordert den Erhalt von Bäumen, zählt deren heilsame Wirkungen für Atemluft und Stadtklima auf und schwingt sich und ihre Partei zu Fürsprecherinnen von Hamburgs altem Baumbestand auf. Wer in Hamburg umweltpolitisch auch nur halbwegs auf dem Laufenden ist, muss dies für einen verfrühten (und reichlich schlechten) Aprilscherz halten.

So zeichnet nicht zuletzt die Fraktion der “Grünen” im Bezirk Nord, wo sich auch Frau Sparr bis zuletzt betätigt hat, für die größten Massenfällungen von Bäumen seit dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Allein in 2016 haben die Bezirksgrünen in Nord der Abholzung von weit mehr als 4000 (viertausend) Bäumen zugestimmt. In der gesamten “Fällsaison” 2015/2016 dürften es über 6000 gewesen sein.

An der Tarpenbek und im so genannten “Pergolenviertel” – wo wieder einmal zahlreiche Kleingärten geräumt wurden und zum Teil für immer aus dem Stadtbild verschwunden sind – ist im Zuge der so genannten “Vegetationsbereinigung” nahezu der komplette Baumbestand von mehreren hundert Bäumen gerodet worden. Auch in Langenhorn ist der Kahlschlag abseits der Straßen unübersehbar. Die Zahl der gefällten Straßenbäume wirkt dagegen verschwindend klein.

Februar 2016 Waldquartier weitere Fällungen März 2016 Tarpenbek-Ufer kahlgeschlagen

Besonders empört hat der Fall des Gleisdreiecks in Alsterdorf: Mit voller Zustimmung der “Grünen” wurde am 11.02.16 in der Bezirksversammlung Nord, gegen den Protest zahlreicher Anwohner, Naturschutzverbände sowie der auch der Parteien CDU, Linke und Piraten, der komplette Kahlschlag eines Waldes beschlossen, in dem zahlreiche seltene und streng geschützte Tier- und Pflanzenarten lebten. Aller Protest half gegen die Stimmen von SPD und “Grünen” nichts. Fast direkt im Anschluss an die mehr als umstrittene Entscheidung in der Bezirksversammlung wurden innerhalb von nicht einmal zwei Wochen gut 2800 Bäume gefällt. Ohne die uneingeschränkte Zustimmung der “Grünen”-Fraktion wäre dies nicht möglich gewesen. Klimaschutz, Luftbelastung, Artenschutz – alle diese Argumente blieben unbeachtet und wurden von den Abgeordneten konsequent kleingeredet.

März 2016 Zerstörte Gärten an der TarpenbekFebruar 2015 Gefällte Bäume für ein Waldquartier

Die jetzige Pressemeldung der “Grünen” wirkt wie Realsatire. Angesichts der Trauer aber, die viele Menschen wegen des Raubbaus an unserer Stadtnatur verspüren, kann man kaum darüber lachen. Die “Grünen” zeigten sich zuletzt immer wieder als Partei, die den derzeit grassierenden Raubbau an Bäumen und Stadtgrün nicht nur duldet, sondern ihn selbst sehr aktiv zu befördern scheint.

Das Thema “Straßenbäume” derart hoch zu hängen und mit einer entsprechenden Mitteilung an die Presse zu gehen, in der man sich tatsächlich als Beschützer der Bäume aufzuspielen versucht, wirkt daher scheinheilig. “Beim Thema Baumschutz nur von Straßenbäumen zu sprechen, alle anderen Bäume aber geflissentlich zu verschweigen – wohl wissend, dass man die eigentlichen Defizite in puncto Stadtklima, Atemluft, Ökologie selbst mitträgt – zeugt von einer beachtlichen Doppelmoral”, so Benny Rimmler, Sprecher der Initiative Dieselstraßenland.

Februar 2016 Pergolenviertel gefällter Baum LaubenresteFebruar 2016 Pergolenviertel Schlechte Luft, zerstörte Gärten

Die “Grünen” haben aktuell allein im Bezirk Nord tausende Bäume auf dem Gewissen. Es wäre anständig, nun wenigstens zu dieser Tatsache zu stehen, anstatt zu versuchen, den Wählern mit wohlklingenden Pressemeldungen Sand in die Augen zu streuen – so löblich ein geplanter Anstieg der Nachpflanzungen von Straßenbäumen für sich allein genommen auch sein mag. Denn ein “Naturschutz”, der vornehmlich in Presseerklärungen und auf Wahlplakaten stattfindet, hilft weder den Menschen, noch der Natur.

Kontakt für Rückfragen/Statements/Fotos:
Bürgerinitiative Dieselstraßenland, dieselstrassenland@gmx.de, www.dieselstrassenland.de, www.facebook.com/dieselstrassenland

Rettet den Volksentscheid!

Jetzt eintragen & im Mai bequem per Briefwahl abstimmen!

Die Bemühungen des Vereins Mehr Demokratie e.V. um die Erhaltung des Volksentscheids in Hamburg verdienen die volle Unterstützung aller Menschen, denen Demokratie und Mitbestimmung wichtig sind. Für den bevorstehenden Volksentscheid kann nun die Briefwahl beantragt werden.

Dafür reicht es aus, die eigene Anschrift anzugeben – das war’s! Die Briefwahlunterlagen erhält man dann im Mai automatisch per Post. Das Ausfüllen des Formulars dauert nur ca. eine Minute!

rdv-brief

Einladung: Öffentlicher Rundgang durch die Schrebergärten

Eden für Jeden lädt ein zum

Öffentlichen Rundgang durch die Schrebergärten

Sonntag, 30.08.2015, 15:00 Uhr
Treffpunkt: Alte Wöhr / Saarlandstieg

Geschichte – Fauna und Flora – Klima – Baupläne – Proteste

Im Anschluss (ca. 16:30 Uhr) besteht die Möglichkeit sich bei einem Kaffee in einem der Schrebergärten weitergehend zu informieren.
Dieser Rundgang findet in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Barmbek statt.

Bürgerinitiative „Eden für Jeden“ – www.eden-fuer-jeden.de

Radio-Beitrag: Idee und Umsetzung des Stadtparks in Hamburg

Über den historischen Bezug hinaus werden in diesem Radio-Beitrag des Deutschlandfunk die damaligen Leitgedanken für einen Park für Alle in der wachsenden Stadt thematisiert. Er dient sehr gut als Kontrastprogramm zur aktuell vorherrschenden Wohnungsbaupolitik, in der das innerstädtische Grün mehr und mehr zurückgedrängt und bebaut wird. Das soll nach den aktuellen Planungen der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt neben den Kleingärten und den (grünen) Schulhöfen in Zukunft auch Flächen unter Natur- und Landschaftsschutz betreffen.

Dagegen war und ist der Stadtpark ein Gegenentwurf, wie das Leben in der Großstadt für die Menschen lebenswert gestaltet werden kann, die nicht am Wochenende in das Ferienhaus in der Lüneburger Heide, an die Ostsee oder nach Sylt fahren können.

Debatte: Manipulation bei der Bezirksversammlungswahl 2014?

Götz von Grone von der Initiative WIR-sind-Eppendorf sowie der Mietergruppe Heyn-/Hegestraße stellte vor Kurzem einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen Bürgerschaftskanzlei und Landeswahlamt wegen der Werbekampagne “Du-bist-entscheidend”.

Dort werden in bewusster Verdrehung der Rechtslage die Bezirksversammlungen als “Parlamente” bezeichnet. Laut Rechtsprechung von Bundesverfassungsgericht und Bundesverwaltungsgericht zur Freiheit der Wahl ist das ein nicht statthafter amtlicher Eingriff in die “Integrität des Willensbildungsprozesses des Wahlbürger”.

Trotz der Eilbedürftigkeit des Antrags wegen des nahen Wahltermins gibt es noch keine Antwort von Seiten des Gerichts (Stand 9.5.2014). Das Nordnetz Hamburg hält auf dem Laufenden.

Update (10.5.14): Das Gericht hat dem Eilantrag nun statt gegeben und die Stadt zu Stellungenahmen aufgefordert. Hier der Wortlaut der aktuellen Presseerklärung.

Links zur Debatte: